BRÜSSEL, BELGIEN / EuroWire / — Der Rat der Europäischen Union hat einen Rahmen zur Umsetzung der EU-Drogenstrategie verabschiedet und einen neuen EU-Aktionsplan gegen den Drogenhandel gebilligt. Dieser enthält Maßnahmen zur Bekämpfung von Drogenkonsum, organisierter Kriminalität, Gesundheitsrisiken und drogenbedingten Schäden in der gesamten EU. Mit dem am 4. Juni verkündeten Beschluss tritt die Strategie für den Zeitraum 2026–2030 in die operative Phase ein und verknüpft die Bereiche Gesundheit, Justiz, Bildung und Strafverfolgung in einer gemeinsamen EU-Struktur.

Der Rahmen reagiert auf die nach Angaben von EU-Beamten wachsenden gesundheitlichen , sicherheitspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum und -handel. Er dient der Koordinierung politischer, strategischer und operativer Akteure auf lokaler, nationaler, EU- und internationaler Ebene mit dem Schwerpunkt auf der Reduzierung der Drogennachfrage, der Begrenzung drogenbedingter Schäden und der Bekämpfung von Drogenhandelsnetzwerken. Der verabschiedete Aktionsplan umfasst die Arbeiten, die von 2026 bis 2030 durchgeführt werden sollen.
Die Europäische Kommission hat im Dezember 2025 die neue EU-Drogenstrategie, den Aktionsplan gegen Drogenhandel und aktualisierte Vorschriften zu Drogenvorläuferstoffen vorgestellt. Die Strategie baut auf dem Rahmenplan 2021–2025 auf und umfasst Vorsorge, öffentliche Gesundheit, Sicherheit, Schadensminderung und internationale Partnerschaften. Sie spiegelt auch die Besorgnis der EU über Kokain, synthetische Drogen, Vorläuferchemikalien, Online-Drogenmärkte, Seewege und die Beteiligung organisierter krimineller Gruppen am Drogenhandel und -vertrieb wider.
Rahmenwerk zielt auf Menschenhandelsnetzwerke ab
Der Aktionsplan legt operative Prioritäten für Strafverfolgungs-, Zoll- und Justizbehörden fest, darunter verstärkte Finanzermittlungen und die Verfolgung von Geldflüssen. Er fordert außerdem eine verstärkte maritime Strafverfolgung, eine breitere Nutzung der Europäischen Hafenallianz und erweiterte Operationen des Maritimen Analyse- und Operationszentrums für Drogenbekämpfung. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor wird ebenfalls berücksichtigt, wobei Post- und Paketdienste, Technologieunternehmen und die Risiken der Online-Rekrutierung, einschließlich der Rekrutierung von Minderjährigen, im Fokus stehen.
Der Rahmen umfasst auch evidenzbasierte Präventions-, Behandlungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen und fördert die freiwillige Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten, EU-Agenturen und anderen Akteuren zur Nachfrage- und Schadensminderung. Die Europäische Drogenagentur (EU-Drogenagentur) soll die Überwachung, Frühwarnung und Bewertung, insbesondere im Hinblick auf neue psychoaktive Substanzen und hochpotente synthetische Opioide, unterstützen. Europol ist in die umfassendere Strafverfolgungsstruktur eingebunden, die die Mitgliedstaaten im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Drogenhandel unterstützt.
Monitoring im Zusammenhang mit dem Bericht von 2032
Der Rat erklärte, die Umsetzung werde auf Basis bestehender EU-Mechanismen, -Instrumente und -Prozesse sowie Kooperationsprojekten zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erfolgen. Der Plan umfasst Maßnahmen zur Bekämpfung synthetischer Drogen und Drogenvorprodukte, Forschung und Innovation, Informationsaustausch und internationale Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Ländern und -Regionen. Er bettet die Drogenpolitik zudem in eine umfassendere Agenda der inneren Sicherheit ein und behält gleichzeitig die Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit als zentralen Bestandteil der EU-Strategie bei.
Die Staats- und Regierungschefs der EU werden auf dem Europäischen Rat am 18. und 19. Juni die Herausforderungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum und -handel erörtern. Dies ist das erste Mal, dass das Thema auf dieser Ebene diskutiert wird. Die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie werden fortlaufend überwacht, und ein Gesamtbericht zur Umsetzung wird bis Ende 2032 erwartet. Dieser Bericht soll eine evidenzbasierte Überprüfung der EU-Drogenstrategie und des zugehörigen Aktionsplans unterstützen.
Der Beitrag „EU-Rat billigt neuen Rahmen für Drogenstrategie“ erschien zuerst im Manchester Examiner .
