ROM, ITALIEN / EuroWire / — Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) forderte am 13. Mai eine fundierte, wissenschaftlich basierte Risikobewertung von recyceltem Kunststoff in Lebensmittelverpackungen. Sie betonte, dass der Trend zu nachhaltigeren Materialien mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen im Bereich der Chemikaliensicherheit einhergehen müsse. In einem neuen Bericht mit dem Titel „Auswirkungen von recycelten Kunststoffen und alternativen Lebensmittelkontaktmaterialien auf die Lebensmittelsicherheit“ erklärte die FAO, dass recycelte Verpackungen zwar zur Abfallreduzierung und zur Unterstützung von Umweltzielen beitragen können, aber auch Schadstoffe einbringen können, die bei unzureichenden Kontrollen in Lebensmittel gelangen können.

Die FAO erklärte, der Bericht erscheine vor dem Hintergrund eines wachsenden globalen Marktes für Lebensmittelverpackungen. Dessen Wert werde 2024 auf 505,27 Milliarden US-Dollar geschätzt und solle bis 2030 auf 815,51 Milliarden US-Dollar ansteigen. Die Nachfrage werde durch den höheren Konsum von Snacks, Fertiggerichten, Fast Food, Süßwaren und abgefüllten Getränken angetrieben. Lebensmittelkontaktmaterialien, darunter Verpackungen, Utensilien, Verarbeitungsanlagen und Transportbehälter, spielten eine zentrale Rolle bei der Erhaltung der Qualität, der Verlängerung der Haltbarkeit und der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung in der gesamten Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Gleichzeitig erklärte die FAO, die starke Abhängigkeit von Lebensmittelkontaktmaterialien auf Kunststoffbasis habe das Plastikmüllproblem verschärft und das Interesse an Recyclingmaterialien verstärkt. Laut Bericht wurden bisher weltweit weniger als zehn Prozent des anfallenden Plastikmülls recycelt. Die FAO betonte, Umweltziele müssten parallel zum Schutz der öffentlichen Gesundheit verfolgt werden, und warnte davor, dass recycelte Kunststoffe chemische Rückstände aus früheren Verwendungen, Sammelströmen oder anderen Quellen enthalten könnten, wenn sie nicht ordnungsgemäß sortiert, gereinigt und auf ihre Eignung für Lebensmittel geprüft würden.
Lücken bei Chemikalien und Tests
Der Bericht hob auch die Risiken hervor, die mit alternativen Materialien verbunden sind, die als Ersatz für herkömmliche Kunststoffe beworben werden. Biobasierte Lebensmittelkontaktmaterialien aus Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr und Maniok können laut FAO Gefahren wie Pestizidrückstände, natürliche Toxine oder Allergene bergen. Der Bericht wies zudem auf absichtlich zugesetzte Substanzen wie Nanomaterialien hin, die zur Leistungssteigerung oder für aktive Verpackungsfunktionen eingesetzt werden. Diese Faktoren erfordern laut Bericht eine maßgeschneiderte Risikobewertung, anstatt anzunehmen, dass neuere oder erneuerbare Materialien automatisch sicherer für Lebensmittelanwendungen sind.
Die FAO erklärte, dass die Besorgnis der Öffentlichkeit und der Aufsichtsbehörden hinsichtlich Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln und Getränken zunehme, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass validierte Analysemethoden weiterhin begrenzt seien. Ohne zuverlässige Methoden zum Nachweis, zur Charakterisierung und zur Quantifizierung dieser Partikel stünden die Aufsichtsbehörden vor der Herausforderung, die Exposition zu bestimmen und Gesundheitsrisiken einheitlich zu bewerten. Die Organisation betonte, dass eine zeitnahe Bewertung der Lebensmittelsicherheit unerlässlich sei, um sowohl die Verbraucher zu schützen als auch Innovationen zu fördern, und forderte regulatorische Ansätze, die mit der rasanten Entwicklung von recycelten und alternativen Verpackungsmaterialien Schritt halten.
Die FAO fordert Standards und Transparenz im Handel
Ein zentrales Ergebnis des Berichts war das Fehlen harmonisierter internationaler Regeln für recycelte Lebensmittelkontaktmaterialien. Die FAO erklärte, dass unterschiedliche nationale Ansätze die Aufsicht erschweren und zu Handelskonflikten führen können, da immer mehr Länder und Hersteller recycelte Materialien in ihre Verpackungen integrieren. Die Ergebnisse dürften in die Diskussionen der Codex-Alimentarius-Kommission einfließen, dem internationalen Gremium für Lebensmittelstandards, das von der FAO und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet wurde. In früheren Codex-Konsultationen gaben viele Länder an, keine spezifischen Anforderungen an recycelte Materialien in Lebensmittelverpackungen zu haben, während sich einige bestehende Maßnahmen hauptsächlich auf recycelte PET-Getränkeflaschen konzentrierten.
Die FAO erklärte, einheitlichere globale Standards würden eine wissenschaftlich fundierte Risikobewertung unterstützen und dazu beitragen, dass recycelte Kunststoffe in Lebensmittelverpackungen sicher für Verbraucher und mit fairem Handel vereinbar sind. Der Bericht lehnt recycelte Verpackungen nicht ab, betont aber, dass deren Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien durch strengere Bewertungen, eine bessere Abstimmung der Vorschriften und zuverlässige Testmethoden abgesichert werden muss. Indem sie die Nachhaltigkeit von Verpackungen mit den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit verknüpfen, haben die FAO und der Codex Alimentarius das Thema stärker in den Mittelpunkt der internationalen Diskussionen über recycelte und alternative Lebensmittelkontaktmaterialien gerückt.
Der Beitrag FAO fordert strengere Kontrollen von recycelten Lebensmittelverpackungen erschien zuerst im Manchester Examiner .
